25.03.2011

UnityMedia und mein Kabelanschluss

Eigentlich müsste diese Geschichte sehr kurz sein, ich habe nämlich gar keinen Kabelanschluss. Weder bei UnityMedia noch sonstwo. Trotzdem schickt mir UnityMedia seit einiger Zeit komische Schreiben, in denen der Eindruck erweckt wird, ich hätte schon lange einen Kabelanschluss bei denen und nur vergessen, den anzumelden.

Ich sehe allerdings weder ein, ein Formular auszufüllen, um mitzuteilen, dass ich keinen Vertrag habe, noch eine 01805-Nummer deswegen anzurufen.

Kleiner Tipp an dieser Stelle: Wenn man wirklich möchte, dass jemand, der keine Veranlassung dazu hat, einem Informationen zukommen lässt, sollte man das so einfach wie möglich machen. Also entweder eine vorausgefüllte Postkarte, wo man nur noch ein Kreuzchen macht oder eine kostenlose oder zumindest Ortsnetznummer für Rückmeldungen. Oder, ganz verrückt, eine Mailadresse angeben.

So wird wohl irgendwann jemand dort merken müssen, dass mir egal ist, ob ein Anschluss von dem ich nicht mal weiß ob er hier irgendwo aktiv ist, abgeklemmt wird oder nicht. Wenn UnityMedia das hier irgendwann liest: Bitte abklemmen! :o)


16.03.2011

RyanAir und die Entschädigung bei Flugverspätung

Das Wunder ist inzwischen geschehen: RyanAir hat die 400 EUR pro Nase für den verspäteten Flug letztes Jahr doch tatsächlich gezahlt. Zwar nicht freiwillig, aber immerhin nach einem Schreiben vom Anwalt und einer kurzen Gerichtsverhandlung.

Was war geschehen? Kurz - unser Flug von Fuerteventura nach Hahn flog erst ca. 7 Stunden später los als geplant, was wir erst im Terminal nach dem eigentlich Beginn des Boardings erfahren haben. Es wurden zwar Zettel mit Belehrung über die Flugpassagierrechte und Essensgutscheine (5 EUR/Nase!! am Flughafen also fast etwas zu Essen ODER etwas zu Trinken!) verteilt, ansonsten blieben aber die Informationen über Gründe für die Verspätung oder deren Länge spärlich.

Nachdem dann die Ersatzmaschine aus Heathrow und eine Standby-Crew dafür beschafft worden war, sind wir dann doch noch nach Hause gekommen, allerdings erst mitten in der Nacht statt am frühen Abend. Ermuntert durch die passagierfreundlichen Entscheidungen z.T. Entschädigungen unter dem Stichwort "EU-Regelungen" haben wir uns gedacht: Schreiben wir doch mal RyanAir und bestellen das Geld.

Natürlich war es nicht so einfach. Merke zuerst: Wenn RyanAir dir etwas schicken will, geht das per Mail. Willst du etwas an RyanAir schicken... Naja:

Unfortunately, email replies to this address cannot currently be accepted, responses can be sent by fax to Ryanair Customer Services on +353 1 5081702 

Aber schon nach wenigen Wochen Diskussion war klar:

We can assure you that Ryanair took all reasonable measures to prevent this flight delay, which was caused by an unexpected aircraft safety/technical problem (extraordinary circumstances). Please note that when flights are delayed for reasons outside of the control of an airline, monetary compensation is not applicable under EU Reg.  261/2004.

Achso, wenn das Flugzeug kaputt ist, müssen die nicht zahlen. Aber waren nicht die Gerichtsentscheidungen in der Presse in den letzten Monaten genau anderer Meinung?

Gerade RyanAir als diejenigen, die nach fast jedem Flug (aber nicht bei dem hier ;) mit Fanfare auf "another on-time flight" hinweisen, hätten ja nun wirklich bei den paar wenigen, verspäteten Flügen wenig zu verlieren. Wenn man die vorgesehenen Entschädigungen ohne viel Aufwand zahlen würde. Sollte man denken.

Nun hätte man es einfach auf sich beruhen lassen können und das glauben. Oder man schließt sich der Idee des mitreisenden Freundes an und reicht einfach mal eine Klage ein. Vorteil: Der Vater ist Anwalt, es fiel das Stichwort vom "sportlichen Ehrgeiz" bei der Sache.

Die Anwälte erwiderten, es kam zur Verhandlung, diese entschied klar für unsere Seite und einen Monat später wurde das Geld überwiesen - inkl. Zinsen.

Was lernen wir daraus? Auch wenn man im Recht ist, kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Fluggesellschaft schon sinnvoll reagieren wird. Im Zweifel würde ich dazu raten, einen Anwalt zu engagieren, wenn man sich einigermaßen sicher ist, dann keine höhere Gewalt im Spiel ist (Tipp: Wenn keine Terroristen und ausbrechende Vulkane zu sehen sind, ist vermutlich eher die Fluggesellschaft schuld).