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Unsere Solaranlage - Erfahrungsbericht

Hallo zusammen! Hier möchte ich nun mal die Erfahrungen zusammenschreiben, die wir beim Aufbau unserer PV-Anlage hatten.

Planungsphase

Überlegt hatten wir schon länger, vor Beginn des Aufbaus etwa ein Jahr lang. Es gab auch einige aussichtsreiche Angebote. Dann kam allerdings ins Gespräch, dass ab 2023 die Mehrwertsteuer entfallen soll, so dass wir uns dachten, dass man hierauf vermutlich noch ein paar Monate warten sollte.

Leider haben sich alle Anbieter, von denen wir Angebote erhalten haben, dann Anfang 2023 entschieden, der Angebotspreis um die MwSt. zu senken und als Gewinn dann wieder draufzuschlagen, so dass der Preis sich nicht wirklich geändert hat.

Da uns das zu blöd war, haben wir dann doch noch ein letztes neues Angebot von einem lokalen Anbieter (KL Energy, Neuwied) eingeholt, auf den wir via Facebook-Werbung (ja, ich bin selbst erstaunt bis entsetzt) aufmerksam geworden sind.

Dessen Preise entsprachen etwa dem, was wir dank Mehrwertsteuersenkung erwartet hatten, so dass wir dann Anfang April 2023 das erste Angebot erhalten und Ende April 2023 den Vertrag unterschrieben haben.

KL Energy ist ein Unternehmen, dass es zwar schon länger gibt, aber erst kürzlich in den Solaranlagenbau eingestiegen ist. Daher wussten wir vorher, dass man zwar nicht die gleiche Erfahrung bzgl. Solaranlagen mitbringen würde, wie ein Unternehmen, dass schon tausende Anlagen gebaut hat, andererseits fühlten wir uns wegen o.a. Preisgestaltung nicht schon vorher über den Tisch gezogen. Insgesamt sind wir mit deren Leistung auch ziemlich zufrieden.

Das Angebot umfasste Panels, Wechselrichter, Akku und Aufbau, allerdings nicht das Gerüst, das wir separat beauftragen mussten.

Da wir nochmal 5% durch Vorauszahlung sparen konnten (die allerdings durch ein Bürgschaft der R&V abgesichert war), haben wir das so getan. Diese wurde dann während des Projekts einmal verlängert, was unproblematisch war.

Technische Daten

Die Anlage hat:

  • 24 Module à 420 Watt von Trina Solar also 10,08 kWp
  • Wechselrichter (GoodWe GW10K-ET)
  • Akku (GoodWe Lynx Home F Plus LX F6.6-H) mit 6,55 kWh Kapazität

Aufbau und Inbetriebnahme

Den Aufbautermin hatten wir dann Mitte Juni und die Panels und Verkabelung ins Haus wurden wie geplant innerhalb von drei Tagen abgeschlossen. Leider hatten wir nicht verstanden/gesagt bekommen, dass für den restlichen Aufbau, also hauptsächlich die Elektroinstallationen im Haus, andere Mitarbeiter zuständig und so andere Termine nötig sind. Dadurch konnte das dann erst nach unserem Urlaub im Laufe des Juli angegangen werden.

Es fanden dazu einige Termine vor Ort statt, die dann am 31.7. darin endeten, dass die Anlage in Betrieb genommen werden konnte - zufällig auch das Datum des Bürgschaftsablaufs.

Seitdem funktionierte die Anlage soweit, allerdings hatte die Batterie ab und zu Hänger, tauchte in der Übersicht nicht mehr auf oder blinkte. Die Hoffnung, dass man das durch Updates beheben konnte, scheint sich bestätigt zu haben. Eigentlich wollte KL die Updates über den Hersteller beauftragen, das habe ich dann aber selbst mit denen besprochen. Der Support von GoodWe ist soweit ganz ok, die ersten Mails dauerten zwar ewig, nachdem ich dann aber da nochmal angerufen und ein neues Ticket aufgemacht habe, dauerte es dann nur noch ein paar Tage. 

Was K&L angeht, waren die Mitarbeiter, mit denen wir zu tun hatten, durchweg hilfsbereit und freundlich. Ich musste für mein Gefühl aber manchmal eher einmal zu oft als zu selten nachfragen, ob und wann es denn jeweils mit dem nächsten Schritt weitergeht. Das führe ich darauf zurück, dass die Auftragslage ganz gut ist und man vielleicht ein paar mehr Kunden bedienen möchte, als man mit üppigeren Zeitpuffern bedienen kann. Ich bin aber optimistisch, dass sich das mit der Zeit einspielt und würde den Anbieter somit auch weiterempfehlen.

Anmeldung und Zählertausch

Die Zusammenarbeit mit der Bad Honnef AG (Frau Winkens und besonders dann auch Herrn Warnke vor Ort) war vorbildlich. Die einzige Verzögerung hier entstand, da die Daten von K&L dorthin erst etwas verspätet gesendet wurden (eine Mail kam nicht an), nachdem das geklärt war gingen aber alle Unterlagen und Terminvereinbarungen innerhalb von Tagen. Auch die Beratung vor Ort klappe hervorragend und war sehr informativ und hilfreich.

Die Zähler die wir hatten, waren zwar schon digital und haben sogar schon die Einspeisung gezählt (aber nicht angezeigt), wurden aber trotzdem wegen des Alters (ca. 12 Jahre) im Rahmen dessen ausgetauscht. Die neuen Zähler (von Iskra) werden nun mittels Lichtsignalen gesteuert und ausgelesen. Dazu dann weiter unten mehr.

Ausserdem war noch die Anmeldung beim Marktstammdatenregister notwendig, die ich mit Unterstützung von K&L hinbekommen habe.

Was nun noch nicht passiert ist, aber hoffentlich in den nächsten Wochen passiert, ist die Berechnung der erwarteten Einspeisung und die Vergütung an uns. Die Abschläge werden dazu nun erstmal geschätzt und dann bei der jährlichen Zählerablesung gerade gezogen.

Apps und Steuerung

Die Daten der Anlage lassen sich auf verschiedene Weise auslesen. Ich fand das am Anfang etwas verwirrend, daher nun mein aktueller Stand der Dinge:

  • Die SolarGo-App wird zum Einrichten der Anlage durch den Installateur (oder neugierigen Enduser) verwendet. Diese verbindet sich direkt über das lokale Netzwerk mit dem Wechselrichter und kann so die aktuellsten Daten anzeigen. Das ist der Cloud-lose Weg, punktuell Daten zu sehen. Es gibt aber dort keine Historie.
  • Das SEMS-Portal ist ein Cloud-Dienst, den man per SEMS-Portal-App oder die Power-Sight-App (die Apps scheinen mir gleich zu sein, k.A. warum es da zwei gibt) und über die Webseite aufrufen kann. Dorthin übermittelt der Wechselrichter in 5-Minuten-Intervallen seine Daten, die man dann dort historisch einsehen und schöne Statistiken machen kann.
  • Ausserdem ist "SEMS+" aktuell in der Beta-Phase, das ein Refresh der alten Sems-Lösung ist. Die sieht ein bisschen moderner aus, hat aber sonst die gleichen Daten.

Exkurs: digitaler Stromzähler/PowerOpti

Da die Anlage ja selbst zählt, kann man in der App eigentlich schon gut ablesen, wieviel Strom erzeugt, selbst verbraucht und zugekauft werden muss. Anscheinend stimmen die Einspeisewerte der Anlage und des offiziellen Zählers aber sehr genau überein. 

Trotzdem habe ich mir mal den Spaß gegönnt, für die beiden neuen Zähler zwei PowerOptis (von Powerfox) zu besorgen. Diese Geräte steckt man auf den Stromzähler, der dann die Daten live dem Gerät entgegen blinkt, das dann wiederum die Daten per WLAN an den Anbieter weiterleitet und in der App sichtbar macht. So bekomme ich dann hoffentlich eine schöne Verbrauchskurze in hoher Auflösung für beide Zähler.

Etwas unpraktisch ist die Tatsache, dass die Dinger Strom per USB und jew. ein eigenes Netzteil haben möchten. Viele Sicherungskästen sind vermutlich geschlossene Kästen an der Wand und in wenigen sind standardmäßig Steckdosen vorhanden. Das wird aber auch noch in nächster Zeit durch den Einbau von Steckdosen auf der Hutschiene gelöst werden.

Exkurs: Wärmepumpe oder nicht Wärmepumpe

Unser Haus hatte schon eine Wärmepumpe, bevor es hip war ;) Allerdings haben wir uns dagegen entschieden, die Anlage an die PV anzuschließen. Ob das eine gute oder schlechte Entscheidung war, ist noch nicht endgültig klar, aber folgende Argumente haben wir dafür gehabt:

  • Wenn die Wärmepumpe den meisten Strom braucht (wenn es kalt ist, also im Winter und/oder nachts), liefert die PV keinen Strom.
  • Da wir einen eigenen Zähler für die WäPu haben, ist der Tarif (früher: "deutlich", in Zukunft hoffentlich "immer noch etwas") günstiger. Daher wäre es doof, wenn die WP den Akku leerzieht und man dann teuren Haushaltsstrom nachkaufen muss.
Ich werde aber nun erstmal beobachten, wann nun über das Jahr wieviel Strom entsteht oder verbraucht würde und dann überlegen, ob man das noch ändern muss.


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